Weihnachten: Fest der Besinnlichkeit, Fest der Liebe und so ...

Alle Jahre schon wieder
— Axel Hacke

Ich habe das Privileg einen wunderbaren Schreibplatz zu haben. Ich schaue direkt auf den Kurfürstendamm. Verglichen mit anderen Metropolen wie London geht es hier tatsächlich ruhig zu. Doch der Schein trügt. Hier laufen die perfekten Beispiele für „Wie mache ich mir am besten gaaanz viel Stress“ auf dem Catwalk.

Also, meine Damen und Herren: Rein in die typischen Kleidungsstücke – der/ die Berlinerin trägt dunkel, tendenziell unbequeme Schuhe, das Handy am Ohr, Brust raus und den Blick starr an allen anderen Fußgängern vorbei. Und dabei bitte möglichst im Stechschritt gehen, nein eilen.

Weihnachten.jpg

Tipps und Tricks

Hier sind ein paar Tipps, wie Sie garantiert vorbildlich in Stress geraten, falls es Ihnen noch nicht so richtig gelungen sein sollte:

Schwarzmalerei.

Denken Sie an all die vermasselten Feiertage in der Vergangenheit. Machen Sie sich klar, dass Sie wahrscheinlich die einzige Person auf diesem Planeten sind, die noch nicht alle Weihnachtsgeschenke hat. Außerdem sollten Sie sich vergegenwärtigen, dass Sie ziemlich sicher mit Ihrer Auswahl an Geschenken danebenliegen werden und Ihr teuer erspartes Geschenk nächstes Jahr zum Schrottwichteln eingesetzt werden dürfte. Alle Erinnerungen an gelungene Weihnachtsfeiertage sind hier fehl am Platz und ein Feind des Stresses. Befolgen Sie diese Form der Schwarzmalerei nach allen Regeln der Kunst und Ihr Stresspegel wird sich freudig bemerkbar machen!

Verallgemeinerungen.

Sie werden im Weihnachtsgetümmel angerempelt? Sie werden angehupt oder unfreundlich bedient? Verderben Sie sich doch den ganzen Tag mit folgendem einfachen Schachzug: Sagen Sie sich „Ich bin ein blöder Underdog.“ „Ich werde immer übersehen.“, „Mir gelingt nie etwas“. Ihr Körper dankt es Ihnen mit absolut leicht zugänglichen Stresshormonen. Wer noch mehr will sollte ein oder zwei Runden mit der BVG fahren.

Tragweite erkennen.

Sie verlieren ihre Schlüssel? Demolieren Ihr Auto in der Tiefgarage? Sie bekommen beim Straßenstand eine Ladung heißen Glühwein über den Mantel geschüttet? Bitte, bitte regen Sie sich mal so richtig auf. Das ist ein Muss! Gedanken, wie „das ist doch nicht so schlimm“ oder „das kann ja mal passieren“ sind kontraproduktiv. Stress braucht knackige Sätze: „Verdammt, das kann doch nur einem Idiotien wie mir passieren. Das gibt es doch gar nicht! Das kann doch nicht wahr sein!“ Ihr Stresspegel dankt es Ihnen!

Persönlich nehmen.

Weshalb bekommen Sie so wenig Weihnachtspost? Wieso ackern Sie alleine Überstunde um Überstunde? Oh, und wo bleibt die Fröhliche? Das sollten Sie unbedingt persönlich nehmen. Machen Sie sich nichts vor: Sie allein sind dafür verantwortlich, wenn Ihnen Unangenehmes passiert oder Missachtung wiederfährt. Wenn andere Sie übersehen oder Ihnen schlecht gelaunt begegnen.

Probieren Sie´s aus. Klappt garantiert.

Ach ja: Ich wünsche Ihnen schon mal ein besinnliches Weihnachtsfest – muss nur noch schnell mal die Welt retten.