Psychografie-Wissen: der Sachtyp

Das Denken ist das Selbstgespräch der Seele.
— Plato

Jeder reagiert nach bewährten Mustern

Kein Wunder. In der Krise oder wenn es mal nicht rund läuft, dann merken wir, dass jeder wie per Autopilot nach bewährten Mustern reagiert – bevorzugt überlegt analysierend, aktiv handelnd oder emotional und dramatisierend.

Vergangene Woche habe ich hier über psychografisches Wissen und über die verschiedenen Handlungstypen geschrieben. Heute stelle ich Ihnen den Sachtypen vor.

Der erkenntnisgeleitete Sachtyp 

Der Sachtyp sucht seine Lösungen im Denken. Er (und natürlich auch sie) kann sich hervorragend distanzieren und sich auf sich selbst und sein Wissen besinnen. Der Sachtyp fragt: „Was ist hier los? Welche Zusammenhänge sehe ich? Wie schätze ich das hier ein?“

Niemals würde der Sachtyp kopflos und aktionistisch losrennen, wenn der Wohnungsschlüssel weg, das Handy spurlos verschwunden oder eine unangenehme E-Mail zu beantworten ist. Leute, die das tun, irritieren und nerven ihn.

Sachtypen, egal ob Mann oder Frau, überlegen erst einmal. Sie setzen Prioritäten und stellen den Bezug zum eigenen Erfahrungsschatz und Wissen her. Sachtypen recherchieren und ziehen erst dann ihre Schlussfolgerungen. Nochmal: Das tun wir alle, wenn es uns gut geht.

Sachtypen reagieren aber in einer Krise mit unangemessenem Rückzug und distanzierter Schockstarre. Sie sind im Rückzug sehr auf sich selbst bezogen. Zudem können sie sich in ihren Gedanken und Grübeleien regelrecht verheddern. Rationale Argumente und Bedenken drehen sich im Kreis und hindern sie daran, zu handeln. Sie können sich in der Krise als Opfer einer feindlichen Welt empfinden und leiden darunter.

Für den Sachtyp ist ein Rückzug oft die Lösung

Manchmal platzt ihnen der Kragen. Dann poltert der Sachtyp jähzornig, kurz und heftig los. In seinen Gedanken (und häufig für andere nicht nachvollziehbar) ist der Countdown längst gelaufen. Sachtypen können andere damit vollkommen vor den Kopf stoßen. Womit für Sachtypen bewiesen wäre, dass der Rückzug ins Denken, in die Erkenntnis und ins Ich genau das Richtige ist ...

Im Gespräch erkennen Sie einen Sachtypen daran, dass er auch körpersprachlich eher die Distanz signalisiert. Er sitzt entspannt, ruhig und zurückgelehnt. Er wirkt beobachtend bis kritisch beurteilend in einem Meeting.

Wissen, Erfahrungen und Erkenntnisse

Sachtypen lächeln weniger als Beziehungstypen und gestikulieren weniger als Handlungstypen. Sie reden gerne über ihre Erfahrungen und ihr Wissen, ihre Erkenntnisse. Manchmal kommen sie dabei ins Dozieren.

Sachtypen kleiden sich gerne möglichst bequem. Auffallen ist nicht ihr Ding. Sie schlendern lieber als im Stechschritt zu marschieren. Bestimmt kennen Sie Menschen, auf die diese Beschreibung passt. Und dennoch ist jeder einzigartig und individuell.

Diese psychografische Beschreibung dient natürlich weder der Einordnung in Schubladen, noch der Etikettierung. Sie dient lediglich der Orientierung, weshalb wir so verschieden und doch so ähnlich sind. Das kann sehr entlasten!

Im Coaching arbeite ich mit diesem psychologischen Landkarten-Wissen wesentlich punktgenauer und wirksamer.