Coaching: Veränderung als Wanderschaft

Auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt.
— Konfuzius

Am eigenen Haarschopf aus dem Sumpf ziehen

Und wenn Sie dann das dumpfe Gefühl von „da stimmt etwas nicht“ haben, dann sind Sie sogar schon ein Stück weiter. Der Clou ist nämlich, dass wir alle unsere blinden Flecken haben und oft nicht genau wissen, wo der Hase im Pfeffer liegt. Denn die Tücke ist, dass wir oft erst merken, dass etwas nicht stimmt, wenn wir den berühmten Wink mit dem Zaunpfahl bekommen. Wenn Ihnen also „der Sumpf“ mit aller Deutlichkeit bis zum Halse steht, dann heißt es erstmal „raus da“!

Das Plateau der Komfort-Zone: umschauen und abwägen

Aus dem Sumpf ziehen heißt aber nicht automatisch, dass man sich von heute auf morgen in einen neuen Menschen verwandelt. Klar, wenn Sie glasklare, eindringliche Veränderungsimpulse in Bezug auf ein Verhalten oder einen bestimmten Lebensbereich erhalten, dann kann die Entwicklung sehr schnell gehen.

Aber normalerweise werden Sie sich zunächst auf dem Plateau der Komfort-Zone in Ruhe umsehen. Das ist sinnvoll. So werden Sie sich beispielsweise fragen: „Was ist der Preis, den ich zahlen muss, wenn ich mich verändere? Was sind meine Optionen? Will ich mich überhaupt verändern? Was hält mich zurück?“

Sehen Sie sich um. In Ruhe. Wägen Sie ab. Meisten läuft diese Phase im stillen Kämmerlein. Im inneren Zwiegespräch. Vielleicht vertrauen Sie sich jemanden an, dem Partner, der Freundin, einem Coach … – dann kann es weitergehen.

Rucksack packen

Es ist an der Zeit einen Schlachtplan aufzustellen. Welche Ziele sind für Sie wirklich wichtig und realistisch? Was ist wertvoll, wohltuend, attraktiv, konkret? Was brauchen Sie für Ihre Wanderung?

Sie werden sehen, Sie müssen sich nicht ewig in dieser Phase aufhalten. Denn Planen ohne Aufbruch ist etwa genauso sinnvoll und zielführend, wie hektisches Handeln ohne Plan. Beides führt nicht wirklich zur gewünschten Entwicklung. 

Auf zur Bergwanderung

Alles vorbereitet und gepackt? Dann geht es jetzt los. Mit Energie und Mumm. Sie werden merken, dass sich schon bald eine Veränderung einstellt. Auf dem Weg zum Ziel werden Sie immer mehr Kraft und Zuversicht entwickeln. Sehen Sie sich um. Erwarten Sie auch mal Umwege oder steile und anstrengende Strecken. Machen Sie Pausen oder gönnen Sie sich mal eine flachere Serpentine, statt ständig den steilen Weg zu nehmen. Und behalten Sie stets Ihr Ziel gut im Blick.

Stärkung am Gipfel

Zeit für Festigung. Ab jetzt integrieren Sie die Veränderung in Ihr Leben, damit sie bei Ihnen bleibt. Quasi wider den Jo-Jo Effekt. Überlegen Sie, wie Sie das Bild der Aussicht von oben bewahren.

Vielleicht werden Sie in ein früheres Stadium Ihrer Entwicklung zurückgeworfen – das wäre eine ganz normale Phase, die zur Festigung und Stärkung dazu gehört. Interpretieren Sie jeden „Rückfall“ als natürliches Phänomen in der Konsolidierung und Integration. Seinen Sie freundlich und nachsichtig mit sich selbst. Und: Coaching kann eine großartige Unterstützung sein, wenn es heißt, am Ball zu bleiben.