Einfach mal liegenlassen?

Der ist kein freier Mensch,
der sich nicht auch einmal dem Nichtstun hingeben kann.
— Marcus Tullius Cicero

„Einfach liegen lassen“ ist nicht nur etwas für müßige Wochenenden.

Schon der Titel klingt verlockend, er ist aber nur die halbe Miete. Der Untertitel bringt es auf den Punkt: „Das Buch vom effektiven Arbeiten durch gezieltes Nichtstun“.

John Perry hat sich mit seinem Hang zur Prokrastination auseinandergesetzt. Statt sich ständig den Kopf zu zermartern und in das Loch des schlechten Gewissens zu fallen gewinnt er der Aufschieberitis Gutes ab. Wie?

Was tun, um sich zu drücken?

Er hat analysiert wie viele sinnvolle Dinge er tut, um sich vor einer (angeblich) wichtigen und dringlichen Aufgabe zu drücken. In dieser Zeit des gezielten Nichtstuns erledigt er Vieles, das er nie im Ansatz tun würde, wenn er es müsste.

Dies tut er so lange, bis das nächste wirklich, wirklich Wichtige um die Ecke biegt, das er selbstverständlich auch vor sich her schieben wird. Nun ist die Zeit gekommen, sich als Mittel zum Zweck um die vorherige und längst überfällige Aufgabe zu kümmern. Dabei umschifft er auf geniale (perfekte?) Weise die Perfektionsfalle.

Wider die To Do Liste

Übrigens habe John Perry das Buch genau deshalb geschrieben: Er hatte eine ganze To Do Liste mit wahrhaft wichtigen Erledigungen inklusive Forschungsantrag an der Stanford University, Seminarvorbereitungen und mehr.

Dieses kleine Buch kombiniert auf intelligente Art Humor und Weisheit. Ich bin froh, dass er es zu Ende geschrieben hat.

Einfach liegen lassen John Perry, (2015) Goldmann Verlag