Aktiv werden, statt klein beigeben!

Veränderung wird nicht kommen, wenn wir auf eine andere Person oder auf eine andere Zeit warten. Wir sind die, auf die wir gewartet haben. Wir sind die Veränderung, nach der wir suchen.
— Barack Obama, 44. Präsident der Vereinigten Staaten (Quelle: https://myzitate.de)

Ärgern Sie sich auch ab und zu mal über andere? Manchmal ist es doch so, dass wir an den Eigenheiten bestimmter Mitmenschen schier verzweifeln. Denn andere können nicht nur ordentlich nerven – sie können einem das Leben sogar zur Hölle machen.

Aktiv statt passiv
Bevor das passiert werden Sie lieber aktiv, denn grundsätzlich gilt: Was mich trifft, betrifft mich.

Dieser kurze Satz irritiert Sie vielleicht. Vor allem, wenn Sie massiv unter dem Verhalten eines anderen leiden. Was ist also dran? Stellen Sie sich vor, jemand beschimpft Sie und schleudert Ihnen Schimpfworte in fremder Sprache zu. Da Sie nicht verstehen, worum es geht, werden Sie die Worte kaum mit Wucht treffen. Wahrscheinlich passiert sogar Folgendes: Ihre Empörung, das Gefühl der Verletztheit bleibt aus.

Sie sind nicht getroffen worden. Es betrifft Sie nicht wirklich und der Tag kann unbehelligt weitergehen.

Konkurrenz, die betroffen machen kann
Ganz anders ist es, wenn Sie sich betroffen fühlen. Ein Kollege geht beispielsweise immer wieder in Konkurrenz mit Ihnen. Weiß es besser. Beansprucht die Lorbeeren und schiebt Ihnen die Missgeschicke in die Schuhe. Das kann zweifelsohne den letzten Nerv rauben. Es betrifft Sie unmittelbar.

Was also tun? 
Wichtig: Sie werden das Verhalten Ihres Kollegen kaum verändern können. 

Arbeiten Sie also an sich und daran, dass Sie nicht mehr unter Ihrem Kollegen leiden. Fragen Sie sich: Was hat das störende Verhalten mit mir zu tun? Was genau rührt es bei mir an? Welchen Trigger löst es in mir aus? Und welche meiner (untauglichen) Lösungsstrategien gehen sofort auf Autopilot?

Die Lösung sind Sie selbst
Versuchen Sie ehrlich herauszufinden, was sie genau betrifft. Es kann zum Beispiel sein, dass jemand Ihre innersten Werte verletzt oder Ängste auslöst. Dann kann Ihnen möglicherweise schon helfen, mit einer sachlichen Analyse die Schärfe aus der Situation zu nehmen. 

Erkennen Sie sich selbst als ersten Schritt. Seien Sie ehrlich. Was erlauben Sie sich vielleicht selbst nicht? Möchten Sie zum Beispiel auch mal einfach Sieger sein? Aber Sie verbieten sich jegliche Konkurrenz? Weshalb? Welchen Preis zahlen Sie dafür?

Aus der Vogelperspektive
Im zweiten Schritt sollten Sie sich fragen: „Wer hat das Problem?“ Die Frage kann ebenso erhellend wie auch entlastend sein. Erkennen Sie den anderen aus der Vogelperspektive. Analysieren Sie die Situation. In welchem Verhältnis stehen Sie zu Ihrem persönlichen Antagonisten? Wie sieht es mit vermeintlichen und realen Abhängigkeiten und Zwängen aus?

Schritt für Schritt ans Ziel
Selbstbestimmtes Handeln ist dann in der Regel der nächste und vor allem entscheidende Schritt aus der Falle. Selbstbestimmung will nicht die anderen verändern, sondern lotet im eigenen Bereich aus, auf welchen Ebenen, und seien sie noch so klein, es möglich ist, die Betroffenheit herunter zu regeln.

Formulieren Sie Ihre Ziele für sich. Also nicht: „Ich möchte, dass mich mein Chef endlich wertschätzt“, sondern: „Ich komme mit der Art und Weise meines Vorgesetzten klar.“ 

Denn so nachvollziehbar das Bedürfnis auch ist, andere (z. B. den Chef) zu ändern, es funktioniert nicht. Grundsätzlich können Sie nur das, was in Ihrem eigenen Kontrollbereich liegt, beeinflussen. Und das geht schon bei der Formulierung Ihres Ziels los. 

Notfalls raus aus der Spirale
Sich ändern oder aussteigen. Das klingt so einfach, fast schon zynisch. Trotzdem: Steigen Sie so gut es geht aus der Betroffenheitsspirale aus. Und die Situation entlastet sich für mit großer Wahrscheinlichkeit fast wie von selbst. Veränderung findet immer statt – möglicherweise auch erst, wenn Sie gehen. 

Den anderen verändern zu wollen ist jedenfalls der sicherste Weg, um eine unerfreuliche Situation aufrechtzuerhalten und den anderen in seinem Verhalten zu stabilisieren. Statt das System zu erhalten, stören Sie es lieber. Steigen Sie aus. Damit es Sie nicht mehr trifft.